Forschung Telomerlängenbestimmungen bei pädiatrischen akuten Leukämien

Im Rahmen eines Projekts, dessen Pilotphase durch ein "Grants-in-Aid" des Departments fur klinische Forschung der Universitat Bern gefordert wird, bestimmt Axel Karow systematisch Telomerlangen aus peripherem Blut padiatrischer Patienten mit akuten Leukamien. Die Messungen erfolgen mittels Flow-FISH-Analyse. Diese Methode ist am Inselspital im Labor von Frau Prof. Gabriela Baerlocher etabliert. Neben Telomerlangenbestimmungen im Rahmen der Initialdiagnostik sind auch Verlaufsmessungen geplant. Ein langfristiges Ziel ist die Untersuchung antiproliferativer Effekte durch Inhibition der Telomeraseaktivitat bei padiatrischen Patienten mit akuten Leukamien.

 Stammzellapherese bei Kindern und Jugendlichen

Das Inselspital Bern verfugt uber ein seit Langem etabliertes und seit 2004 auch JACIE-akkreditiertes Stammzellprogramm. In diesem Rahmen fungiert unsere Abteilung seit vielen Jahren als ein schweizweites Zentrum fur die Durchfuhrung von Stammzellapheresen sowie nachfolgend Hochdosis-Chemotherapien mit anschliessender Stammzellreinfusion bei Kindern und Jugendlichen. Dieses Vorgehen ist ein etabliertes Therapiekonzept bei diversen padiatrischen Tumoren wie etwa Neuroblastomen, Ewing-Sarkomen, Gliomen oder Lymphomen. In 2017 initiierten wir eine retrospektive Studie, welche die uber diesen langen Zeitraum generierten Daten zu Stammzellapheresen im Kindes- und Jugendalter insbesondere bzgl. ihrer Effektivitat und Erfolgsraten untersucht. Das Ziel dieser Arbeit, welche im Rahmen einer medizinischen Dissertation, betreut durch Axel Karow und mit Unterstutzung durch Kurt Leibundgut durchgefuhrt wird, ist die Optimierung und Standardisierung der Ablaufe bei padiatrischen Stammzellapheresen.

Aufbau eines Schweizer nationalen Referenzzentrums für Nierentumore im Kindesalter

Im Auftrag der Schweizer Padiatrischen Onkologie Gruppe (SPOG) wird von Axel Karow das Schweizer Nationalen Referenzzentrums fur Nierentumore im Kindesalter gemass dem Umbrella Protokoll SIOP-RTSG 2016 (link www.siop-rtsg.eu) aufgebaut. Neben den primar am Inselspital Bern bestehenden Kompetenzen mochten wir auch die schweizweit vorhandene grosse Expertise auf diesem Gebiet nutzen, um einen Beitrag zu leisten, insbesondere auch die molekulare Diagnostik bei diesen Tumoren weiter zu entwickeln und dadurch Risikogruppen genauer zu definieren.

Klinische Forschung mit dem Schwergewicht auf "Fieber in Neutropenie"

Unter der Leitung von Roland Ammann wurde im April 2016 die prospektive multizentrische interventionelle Studie zum Vergleich der Sicherheit einer hohen versus tiefen Fiebergrenze eroffnet (SPOG 2015 FN Definition). Die Finanzierung erfolgt durch einen Forschungsgrant der Krebsliga Schweiz. Sechs der neun SPOG-Zentren beteiligen sich an dieser Studie und bis Ende 2017 wurden bereits 219 Patienten rekrutiert. Daneben werden die Resultate einer 2 Dekaden (1993-2012) umfassenden retrospektiven FN-Studie im Rahmen von insgesamt 3 Dissertationen ausgewertet. Roland Ammann ist Mitglied von mehreren internationalen Arbeitsgruppen (SIOP Scientific Programme Advisory Committee; Bob Phillips, York, UK, PICNICC; Arne Simon, Homburg, D, Nosocomial Infections; Lillian Sung, Toronto, CA, Clostridium difficile guidelines) und als Chair der internationalen Umbrella Group richtet er fur diese Forscher im Gebiet Infektionen in der Kinderonkologie deren zweijahrliches Treffen jeweils in Bern aus.

Wirksamkeit von Gedächtnis- und Sporttraining bei ehemals krebskranken Kinder und Jugendlichen (Brainfit- Studie)

Nachdem einerseits eine Finanzierung durch die Fondation Gaydoul zugesichert wurde und anderseits fur die Jahre 2016 und 2017 eine erganzende Finanzierung fur zwei Doktorandensalare durch die Krebsliga Schweiz ubernommen wurde, haben wir 2017 insgesamt 108 Studienteilnehmer untersucht, 58 Kinder und Jugendliche nach einer Krebserkrankung sowie 50 gesunde Kinder und Jugendliche ohne ehemalige Krebserkrankung als Vergleichsgruppe. Es wurden neuropsychologischen Tests, Tests zur sportlichen Koordination und Fitness durchgefuhrt sowie Magnetresonanz-Untersuchungen (MRI) zur Darstellung der Hirnstruktur, des Gedachtnisnetzwerkes, der Nervenfasern des Gehirns und der Geschwindigkeit des zerebralen Blutflusses. Bis heute wurden 46 Patienten zufallig einem computerisier¬ten Gedachtnistraining, einem Sporttraining oder der Wartegruppe zugeteilt. Diese prospektive randomisierte Studie steht unter der Leitung von Kurt Leibundgut und wird in Kooperation mit dem Kinderspital Zurich und dem Institut fur Sportwissenschaft sowie dem Institut fur Psychologie der Universitat Bern durchgefuhrt. Es sollen insgesamt 150 Survivors eingeschlossen werden.

Sowohl Eveline Stutz-Grunder, Sonja Luer, Axel Karow wie Roland Ammann haben sich an epidemiologischen Studien/Publikationen des Schweizerischen Kinderkrebs Registers (SKKR) beteiligt. Sonja Luer koordiniert die Zusammenarbeit unserer Abteilung mit dem Institut fur Komplementarmedizin der Universitat Bern (IKOM) und ist in mehreren Projekten, u.a. zum integrativmedizinischen Ansatz in der padiatrischen Hamato-/Onkologie und Elternzufriedenheit wissenschaftlich aktiv.