Ein Herz für kranke Drittweltkinder

Mittwoch, 09. Oktober 2013, 09:51 Uhr

Das Berner Inselspital operiert in Zusammenarbeit mit Terre des Hommes herzkranke Kinder aus Entwicklungsländern und bewahrt sie so vor einem frühzeitigen Tod. Den einheimischen Spitälern fehlen oft die nötigen Einrichtungen sowie das medizinische Personal, um solch anspruchsvollen Operationen durchzuführen.

Terre des Hommes, das grösste Schweizer Kinderhilfswerk mit Sitz in Lausanne, engagiert sich seit fünfzig Jahren für Kinder in Entwicklungsländern. Bisher haben rund 13000 Kinder, vor allem aus Afrika, aber auch aus dem Nahen Osten, von dem Programm profitiert. Rund 75 Prozent davon litten an einem angeborenen Herzfehler. Pro Jahr werden insgesamt zwischen 200 und 230 Kinder in der Schweiz behandelt.

Seit Ende 2011 arbeitet das Kinderhilfswerk Terre des Hommes neben den Universitätsspitäler in Genf und Lausanne auch mit dem Berner Inselspital zusammen und hat damit nun auch einen Stützpunkt in der Deutschschweiz. Der Anstoss für die Zusammenarbeit kam vom Professor Thierry Carrel, Direktor der Herz- und Gefässchirurgie. Das Projekt am Inselspital wird vom Kinderkardiologen Damian Hutter geleitet. Die Kinder werden von einem Team unter der Leitung von Professor Alex Kadner operiert. Das Inselspital möchte künftig pro Jahr zwischen 20 und 30 herzkranke Kinder aus Drittweltländern operieren. Anschliessend an den Spitalaufenthalt können sich die Kinder in einem Kinderheim von Terre des Hommes im Unterwallis erholen. Bevor sie nach durchschnittlich acht Wochen, wieder in ihre Heimat zurückkehren, werden sie nochmals am Inselspital durchgecheckt. Zur Startfinanzierung wurde ein Fonds für vorläufig mindestens drei Jahre eingerichtet. Finanziert werden die Aktivitäten des Hilfswerks vor allem mit Spenden und Patenschaften, teilweise aber auch mit öffentlichen Geldern.

Ein Herz für kranke Drittweltkinder
Berner Zeitung 07. Oktober 2013