Nothilfe-Einsatz im Mosambik

Montag, 15. April 2019, 16:03 Uhr

Lukas Meyer-Landolt, Assistenzarzt in der Klinik für Kinderheilkunde des Inselspitals leistete einen zweiwöchigen Nothilfe-Einsatz in Mosambik. Am 15. März 2019 wurden Mosambik, Malawi und Zimbabwe vom Wirbelsturm 'Idai' getroffen. Durch den Sturm und die nachfolgenden Überschwemmungen verloren in Mosambik über 600 Menschen ihr Leben, 260'000 Häuser wurden zerstört, die gesamte Jahresernte und ein Grossteil der Infrastruktur wurden weggeschwemmt.

Mit RescueNet, einer internationalen NGO, die sich auf medizinische Nothilfe nach Katastrophen spezialisiert hat, hatte ich die Möglichkeit, die Überlebenden der massiven Zerstörung in Mosambik zu unterstützen. Unser kleines Team bestand aus 11 Personen aus 7 verschiedenen Ländern, darunter 3 Ärzte, 3 Pflegefachfrauen, 2 Rettungssanitäter und psychologisch geschulte Fachpersonen. Wir waren in Beira stationiert, einer zu 80% zerstörten Provinzstadt in der Mitte des überschwemmten Gebietes. Von dort wurden wir, koordiniert von der WHO und dem lokalen Gesundheitsministerium, meist per Helikopter in verschiedene von der Aussenwelt abgeschnittene Dörfer und Gebiete gesandt. Einerseits dokumentierten wir die Zerstörung in den Gebieten und den Bedarf an Unterstützung (Essen, Unterkunft, medizinische Hilfe), andererseits konnten wir Essenslieferungen durchführen und leisteten medizinische Nothilfe.

Wir nahmen alles nötige Material für ambulante Behandlungen mit und bauten unsere Infrastruktur in nicht zerstörten Räumlichkeiten oder im Freien auf. Neben Triage und Arztkonsultationen führten wir auch eine kleine Apotheke und eine Person konzentrierte sich jeweils auf Wundversorgung. Pro Tag konnten wir damit zwischen 60-70 Patienten versorgen. Im Vordergrund stand die Beurteilung und Versorgung von Wunden und Verletzungen durch den Sturm, jedoch auch viele Infektions- und Tropenkrankheiten, vor allem Malaria und respiratorische Infektionen. Aktuell grassiert im Katastrophengebiet zudem die Cholera, und hat auch schon einige Opfer gefordert.

Besonders in Erinnerung bleibt mir ein 3jähriger Knabe mit schwerer Malaria und Dehydratation, dem wir mit rascher nasogastraler Rehydrierung und intramuskulärer Therapie das Leben retten konnten.

Nach zwei intensiven Wochen reiste ich erschöpft, aber voller Eindrücke und Erlebnisse nach Hause. Ich möchte mich bei der Direktion der med. Kinderklinik und dem Ärzteteam, hier va. den AssistenzärztInnen für das rasche Ermöglichen dieses Einsatzes und alle Unterstützung bedanken!